Tischkarten und Menükarten wirken klein, schlagen bei der Papeterie-Manufaktur aber schnell mit 2 bis 4 € pro Karte zu Buche. Bei 60 Gästen kommen allein für Namens- und Menükarten über 200 € zusammen, für zwei Kartensets, die am Ende des Abends in der Tasche oder im Müll landen. Selbst gestaltet zahlst du meist nur das Papier, und Farbe, Schrift und Stil bestimmst du selbst.
Tipp: Gestalte Tischkarten und Menükarten in einer Sitzung, mit denselben Farben und Schriften wie deine Einladungen. Der einheitliche Look kostet keine Extra-Zeit, wirkt aber deutlich hochwertiger als drei verschiedene Papeterie-Stile auf einem Tisch.
Warum sich DIY hier besonders lohnt
Anders als die Einladung, die einmal verschickt wird, brauchst du Tischkarten und Menükarten in der Stückzahl deiner Gästeliste, oft 50 bis 100 Stück. Genau deshalb schlägt der Preis pro Karte bei einer Manufaktur so durch. Machst du sie selbst, kostet dich das zweite wie das hundertste Exemplar praktisch dasselbe: Papier und ein bisschen Druckertinte. Die Design-Arbeit fällt einmal an, danach ist es reine Vervielfältigung.
Schritt für Schritt in Canva (kostenlos)
Du musst kein Design-Programm kaufen. Die Gratis-Version von Canva reicht für Tischkarten und Menükarten vollständig:
- Vorlage suchen: Im Suchfeld „Tischkarte” oder „Menü Hochzeit” eingeben, Canva zeigt dutzende schlichte Layouts.
- Format anpassen: Tischkarten funktionieren gut als Klappkarten (etwa 9 × 5 cm gefaltet), Menükarten meist als schmales Hochformat (etwa 10 × 21 cm).
- Farben und Schrift übernehmen: dieselbe Farbpalette und dieselben ein bis zwei Schriften wie bei der Einladung. Dafür kannst du in Canva ein „Brand Kit” anlegen.
- Texte einsetzen (Beispiele weiter unten).
- Mehrfach-Layout nutzen: über „Mehrere Seiten” oder ein Druckraster mehrere Karten pro A4-Bogen anordnen, das spart Papier und Schneidearbeit.
- Als PDF exportieren, in Druckqualität, fertig zum Drucken oder für den Copyshop.
Material- und Gestaltungsideen
Kraftpapier & Naturlook
Kraftpapier in Braun- oder Beigetönen wirkt sofort hochwertig und passt zu fast jedem Hochzeitsstil, von rustikal bis modern-schlicht. Es kostet im Bastelgeschäft oder Großhandel nur wenig mehr als weißes Papier, hebt sich auf dem Tisch aber deutlich ab.
Eukalyptus und Trockenblumen
Ein einzelner gedruckter oder aufgeklebter Eukalyptuszweig neben dem Namen macht aus einer schlichten Karte ein kleines Deko-Element. Passend dazu findest du in DIY-Tischdeko unter 100 Euro weitere Ideen, wie sich Trockenblumen als durchgängiges Motiv über die ganze Tafel ziehen lassen: Tischkarten, Menü und Deko in einem Stil.
Kalligrafie-Look ohne Kalligrafie-Kurs
Für den handgeschriebenen Look musst du nicht selbst kalligrafieren können. Canva hat Schreibschrift-Fonts, die auf den ersten Blick wie von Hand geschrieben wirken. Wer mag, schreibt nur die Vornamen der Gäste tatsächlich per Hand mit einem Kalligrafie-Stift*. Das reicht für den persönlichen Eindruck, ohne 80 Karten von Hand beschriften zu müssen.
Einheitlicher Look mit den Einladungen
Der einfachste Weg zu einem stimmigen Gesamtbild: Öffne die Datei deiner Einladung in Canva noch einmal und übernimm Farben, Schriften und kleine Grafikelemente (Rahmen, Monogramm, Zweig-Icon) für Tischkarten und Menü. Wie du die Einladung selbst gestaltest, steht in Hochzeitseinladungen selbst gestalten & drucken.
Menükarte: Aufbau und Textbeispiel
Eine Menükarte muss nicht viel enthalten, Übersicht zählt mehr als Fülle. Bewährt hat sich dieser Aufbau:
- Namen des Brautpaars und Datum (oben, klein)
- Vorspeise
- Hauptgang (bei mehreren Optionen „Fleisch” und „Vegetarisch” klar getrennt)
- Dessert
- optional ein Hinweis auf Allergene oder ein kurzer Dank an die Gäste
Textbeispiel zum Anpassen:
[Vorname] & [Vorname] · [Datum]
Vorspeise [Gericht]
Hauptgang [Gericht] – oder vegetarisch: [Gericht]
Dessert [Gericht]
Wir freuen uns, dass ihr heute mit uns feiert.
Bei mehreren Hauptgang-Optionen lohnt sich ein kleines Symbol (etwa ein Blatt für vegetarisch) neben dem passenden Gedeck, damit das Servicepersonal beim Ausgeben nicht nachfragen muss.
Drucken: zuhause oder Copyshop
- Zuhause drucken: günstig bei kleinen Auflagen, aber unterschätz Tintenpatronen und Zeit für 100 und mehr Karten nicht. Gut für Tischkarten in kleiner Stückzahl.
- Copyshop: meist 0,20 bis 0,60 € pro Karte je nach Papier, dafür saubere Kanten und gleichmäßige Farben bei größeren Mengen. Bei 80 bis 100 Karten oft die entspanntere Wahl.
- Papierstärke: Tischkarten zum Aufstellen brauchen stabilen Karton ab etwa 250 g/m², für Menükarten reichen meist 170 bis 220 g/m², weil sie flach liegen oder gefaltet werden.
- Probeausdruck: immer eine Karte zur Kontrolle drucken, bevor die ganze Auflage läuft. Farben wirken am Bildschirm oft heller als auf Papier.
Zeitplan
- 8 bis 10 Wochen vorher: Design in Canva fertigstellen, Menü mit Location oder Catering final abstimmen.
- 3 bis 4 Wochen vorher: Gästezahl und Sitzordnung stehen meist erst kurz vorher fest. Warte damit, bevor du Namen einsetzt.
- 1 bis 2 Wochen vorher: Karten drucken und zuschneiden, genug Reserve für Nachzügler und Fehldrucke einplanen.
Wann welche Papeterie-Aufgabe fällig ist, siehst du auch in unserer Hochzeits-Checkliste.
Häufige Fragen
Wie viel spare ich, wenn ich Tischkarten und Menü selbst mache? Bei 60 Gästen liegen fertige Karten aus der Manufaktur oft bei 200 € und mehr. Selbst gestaltet und gedruckt kommst du meist auf 20 bis 40 € insgesamt. Canva ist kostenlos, es fallen nur Papier und Druck an.
Muss ich Tischkarten und Menükarten im gleichen Design machen? Nicht zwingend, aber es lohnt sich. Gleiche Farben und Schrift lassen die Tafel ruhiger und hochwertiger wirken, als wenn jede Karte für sich gestaltet ist.
Wann sollte ich mit den Namen auf den Tischkarten beginnen? Erst, wenn die Sitzordnung wirklich steht, meist 2 bis 3 Wochen vor der Hochzeit. Design und Layout kannst du aber Wochen vorher vorbereiten und am Ende nur die Namen einsetzen.
Preise und Zeitangaben sind Orientierungswerte (Stand 2026) und können je nach Region, Papier und Copyshop abweichen.
